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Lüftelmalerei

Im Gegensatz zur Tafelmalerei (hier wird das Gemälde auf eine Holztafel oder eine Leinwand gemalt) wird die Farbe direkt auf die Wand aufgetragen. Als besonders reizvoll bieten sich illusionistische Raumverschleifungen an, um so eine Dreidimensionalität zu erzeugen. Auch auf groben Wänden können Grafiken nach alten, traditionellen Verfahren realisiert werden, welche schon zu Michelangelos und da Vincis Zeiten Anwendung fanden.

Ein auf Papier gezeichnetes Layout wird mit einem speziellen Werkzeug perforiert und mit Hilfe eines farbigen Pulvers auf die Wand übertragen und koloriert. Diese Technik ist weitaus präziser als die Projektor-Methode. Grafiker und Advertising-Studios können so Ihre kreativen Grafiken an Wänden umsetzen. Die Malerarbeiten verleihen den grafischen Arbeiten eine Lebendigkeit, die nur in Handarbeit zu erzielen ist.

Die Lüftlmalerei, oder auch Lüftelmalerei genannt, ist eine spezielle Kunstform der Fassadengestaltung in Bayern und Tirol. Im alten Rom und in Byzanz hatte die Wandmalerei auch repräsentative Aufgaben und demonstrierte Wohlstand und Reichtum. In München sind besondere Geschäfte und Restaurants mit wandmalerischen Techniken ausgestaltet. Dies gilt nicht nur für den Großraum München oder Bayern, sondern diese Kunstform ist natürlich auf der ganzen Welt anzutreffen.

Eine günstigere Umsetzung von Wandgemälden ist das so genannte Digital-Fresco. Die Farbtiefe ist jedoch hierbei wesentlich geringer und hat mit präziser Handarbeit nichts zu tun. Dabei wird mit einem klassischen Digitaldrucker ein Medium spiegelverkehrt bedruckt und an die Wand geklebt. Eine weitere preisgünstigere Variante ist ein Digitaldruck auf eine Folie mit starkem Kleber, die dann an die Wand geklebt wird. Dies wird mit einem Heißluftgebläse wie bei der Autovollverklebung, dem so genannten Wrapping-Car-Verfahren, gemacht. Die Einsetzung von diesen beiden Verfahren ist aber zeitlich begrenzt. Erstens kann kein Digitaldruck die Farbechtheit langfristig gewährleisten, weil die Schicht von Farbpigmenten und Farbstoffen zu dünn ist (mit Ausnahme von UV-Druck, der aber von Anfang an nicht so brillant ist). Und zweitens hält so eine selbstklebende Folie nicht sehr lange (lt. Hersteller ist die Haltbarkeit von Folien nicht mehr als 10 Jahre zu gewährleisten). Der Digitaldruck ist also vorwiegend für kurzfristige Gestaltungen wie Messen und Aktionen mit Zeitbegrenzung geeignet. Um langfristig Freude zu haben, sind Farben, die entsprechende Bindemittel beinhalten, zu empfehlen.

 

 

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